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Psychiatrieaufenthalt

Ich wurde in eine Psychiatrie eingeliefert, weil ich versucht hatte, mir das Leben zu nehmen. (Wohlgemerkt, ich erzähle einen Traum, den ich hatte, nicht dass verwirrte Leser dies für die Realität halten.) Der Schnitt am Handgelenk war anfangs allerding nicht groß, nicht mehr als ein Kratzer. Ich kam also in einen größeren Schlafsaal, den sich etwas mehr als vier Leute teilten. Klinikklischeemäßig war alles in blendendem Weiß gehalten. Es befand sich in einem Bett rechts neben der Tür, eine weitere Person, die wegen eines Selbstmordversuches hier war. Sie hatte sich ebenfalls die Pulsadern aufgeschnitten, aber um einiges tiefer als ich selbst. Sie war so depressiv, dass sie fast katatonisch im Bett lag. Ich redete nicht mit ihr. Ich lag selbst auch noch im Bett herum und schaute irgendwann aus dem Fenter am Kopfende meines Bettes. Die anderen im Zimmer schauten indessen fern. Ich sah, dass gegenüber ein Haus mit mehren Wohnungen stand und vermutete, dass es wohl Personalwohnungen waren. Aber ich war mir da nicht ganz sicher. In einer Wohnung genau gegenüber meines Fensters, nur einen Stock tiefer, wohnte meine beste Freundin S.. Ich beobachtete sie dabei, wie sie sich zum Ausgehen fertigmachte, Stiefel anzog usw. Jedesmal, wenn sie auch nur annähernd in meine Richtung schaute, versuchte ich, sie durch Winken und wild gestikulieren auf mich aufmerksam zu machen, was mir aber nicht gelang. Sie bemerkte mich einfach nicht. Dann plötzlich war der Schlafsaal, in dem ich mich befand im Erdgeschoss und ich konnte sehen, wie S. draußen am Fenster vorbeiging. Diesmal bemerkte sie mich, lächelte und berührte im Vorbeigehen die Fensterscheibe. Ich lachte und winkte ihr hinterher, bis ich sie nicht mehr sehen konnte.

Irgendwann später versuchte ich, mir selbst den Verband am Handgelenk zu wechseln. Ich konnte sehen, dass es eigentlich nur ein Kratzer war, aber immerhin hatte ich in die richtige Richtung "geschnitten". Irgendwie schämte ich mich dafür (dass es nur ein Kratzer war, nicht dafür, dass ich es getan hatte). Der neue Verband, den ich nun darum wickelte, war extrem grobmaschig. Eigentlich war er mehr ein Netz und klebte eigenartig. Noch dazu war er viel zu kurz und bedeckte, nicht zuletzt auch wegen der Grobmaschigkeit, den Kratzer kaum. Ursprünglich hatte ich einen einfachen, normalen Verband gehabt, im gegensatz zu der anderen Selbstmörderin, die einen richtigen Druckverband hatte. Sie lag mittlerweile nicht mehr im Bett und war irgendwohin verschwunden.

Ich schlenderte ein wenig im Schlafsaal herum, als es schließlich Kaffeezeit war. Es standen nun Tische und Stühle im Raum wie in einer Mensa und die anderen Patienten luden mich ein, mich doch hinzusetzen und ein Stück Kuchen zu essen. Sie machten sogar einen Platz in ihrer Mitte frei für mich. Irgendwie hat mich das gefreut, denn ich hatte anfangs Angst, sie würden über mich lachen wegen meinem wohl aus einem halbherzigen Selbstmordversuch resultierenden Kratzer. Ich wollte mir gerade in dem gegenüberliegenden Raum ein Stück Kuchen holen, als ich merkte, dass etwas mit meinem rechten Handgelenk nicht stimmte. Als ich nachschaute, sah ich, dass der "Kratzer" ziemlich stark blutete, weil er wohl wieder aufgeplatzt war. Ich ging also den Gang entlan, bis ich auf einen Pfleger traf, den ich um neues Verbandsmaterial bat. Er ging dann mit mir zum Verbandsraum, der abgeschlossen war, aber er hatte ja einen Schlüssel. 

Als ich wieder zurück im Schlafsaal war, sah ich, dass auf meinem Bett Kopfkissen und Decke fehlten. Ich dachte zunächst, dies sei ein Scherz der anderen Patienten, aber dann sah ich, dass die Sachen einfach nur auf einem anderen Bett lagen. Ich wollte sie mir gerade wiederholen, als ein sehr aphatisches Mädchen/junge Frau mit langen schwarzen Haaren den Saal betrat und sich in das Bett legte, das nun zu viele Kissen und Decken hatte. Als sie die untere Decke hochschlug, sah ich, dass da ein ziemlich großer nasser Fleck drauf war und nahm ihr die Decke weg, damit sie gewaschen werden konnte. Das Mädchen reagierte nicht und legte sich nur stumm ins Bett. Sie schlief jedoch nicht ein, sondern starrte einfach nur ins Leere. 

Dann plötzlich war der Traum wie ein Film. Ich war draußen in der Kameraperspektive. DIe Klinik lag mitten im Wald in einer bergigen Gegend und nur eine Brücke, die zunächst unsichtbar war, über eine Schlucht führte zu der Klinik. Ich hörte eine Stimme sagen, dass es ein sehr harter Weg bis hierher war und dann konnte man sehen, wie auf der Startseite der Brücke ein langhaariges Mädchen mit Gepäck stand. Schließlich machte sie sich auf den Weg über die Brücke, auf die Klinik zu, und die Brücke wurde sichtbar, sobald sie einen Fuß darauf gesetzt hatte. Am anderen Ende angekommen, fasste sie glücklich die Baumstämme und Holzpfähle an und meinte, dass sie ohne sie wohl länger gebraucht hätte. 

Anschließend konnte man die Klinik sehen und ich erinnerte mich auf einen Schlag wieder an meine Einlieferung in diese Klinik. Ich war von über mich lachenden Ärzten und Schwestern mit einem Krankenwagen hergebracht worden. Meine wütenden, enttäuschten und verzweifelten Eltern hatten ihn gerufen. Dann wachte ich auf.

(Anmerkung: Bevor jemand fragt, ich war im realen Leben noch nie in einer psychiatrischen Klinik und habe auch noch nie versucht, mich umzubringen.) 

26.12.08 17:07
 


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